Privatdozent- Dr. med. Dr. rer.nat. Schierholz

Die einzigartige Kombination des Staphylokokken-wirksamen Miconazols und Rifampicin, mikroskopisch fein verteilt im gesamten Kathetermaterial, sorgt für eine klinisch nachgewiesen Wirksamkeit über 3 Wochen hinaus mit einem breiten Schutz gegen gram+, gram- Keime und Pilze. Patienten, welche lange einen zentralen Zugang benötigen, wie Krebspatienten, immungeschwächte und kritisch kranke Patienten profitieren mit einer Reduktion der Besiedelung von 84-90% und der Infektion/Kathetersepsis von ca.75%->90% besonders von diesen Kathetern. Rifampicin-Miconazol-haltige Mikrokatheter stellen zudem eine sinnvolle Erweiterung des Armamentariums gegen Infektionen gerade in der Neonatologie dar.

Antimikrobielle Rifampicin-Miconazol-haltige zentrale Venenkatheter

Obwohl durch die Verbesserung von Hygiene- und Pflegestandards die Häufigkeit Katheter-assoziierter Infektionen reduziert werden konnte, verbleibt eine klinisch relevante Anzahl bei bestimmten Risikogruppen wie zum Beispiel Dialysepatienten oder polytraumatisierte bzw. onkologische Patienten und besonders in der Neonatologie.

Diese Krankenhausinfektionen verlängern die Aufenthaltsdauer der Patienten und erfordern zusätzliche diagnostische Maßnahmen – invasive Eingriffe, medikamentöse Behandlungen oder andere therapeutische Schritte mit entsprechend höherem Kostenaufwand.

Durch geeignete Präventionsmaßnahmen können Krankenhausinfektionen grundsätzlich um etwa 15 bis 30 Prozent reduziert werden und zielgerichtete Innovationen wie die –Rifampicin-Miconazol Katheter können mit einer klinisch nachgewiesenen, statistisch signifikanten Reduktion von mehr als 75% bei Katheterinfektionen als auch der Katheter-assoziierten Sepsis eine wesentliche Rolle spielen (1-6).

Im Vergleich zu anderen antimikrobiell ausgerüsteten Kathetern gibt es grundsätzliche Unterschiede:

-Die Wirkstoffe sind bei Rifampicin-Miconazol Kathetern im gesamten Kathetermaterial molekular-dispers verteilt und werden über einen längeren Zeitraum aus diesem Reservoir an die Oberflache und auch im Lumen sehr langsam freigesetzt – im Gegensatz zu dünnen Katheterbeschichtungen von wenigen μm, die schneller erschöpft sind (10).

-Antimikrobielle Wirkstoffe müssen die Bakterien in einem Biofilm am Katheter in ausreichender Konzentration erreichen können, um auch wirksam werden zu können. Beschichtungen mit beispielweise fest gebundenen Substanzen am Kathetermaterial konnten bislang keine klinische Effektivität nachweisen.

-Die antimikrobiellen Substanzen sollten möglichst breit antimikrobiell gegen die häufigsten Spezies wie Staphylokokken und auch Pilze wirksam sein, eine Resistenzentwicklung minimieren, untoxisch und nicht allergen sein. Weiterhin sollten die Wirkstoffe nachweislich

Biofilm-Aktivitat aufweisen und auch mit dem Kathetermaterial kompatibel sein. Lediglich die Kombination des Staphylokokken-aktiven Antimykotikums Miconazol mit dem Biofilm-aktiven Rifampicin deckt neben grampositiven und gramnegativen Bakterien auch die Candida-Spezies ab (7,9).

 

Weitere Eigenschaften der Rifampicin-Miconazol-Katheter:

-Einzigartige Wirkstoffkombination aus Rifampin und Miconazol mit Schutz der Innen- und Außenflächen

– Breitspektrum Aktivität gegen gram+, gram-, Bakterien, Pilze, sowie MRSA (7)

– Beide Wirkstoffe haben einen komplett unterschiedlichen Wirkmechanismus und überlappende Aktivität gegen Staphylokokkken, daher ist die Wahrscheinlichkeit der Resistenzbildung sehr gering (7)

-Keine systemischen Wirkstoffspiegel nachweisbar (8)

– Statistisch signifikante Reduktion der Katheter-Kolonisation um 86%, Senkung der Infektionsrate um 75%, bei onkologischen Patienten um 91,4% (1,2)

– Klinisch erwiesene antimikrobielle Wirksamkeit > 3 Wochen (2-6)

-klinischer Wirksamkeitsnachweis in Neonatologie bei Rifampicin-Miconazol-Mikrokathetern (6)

– Nachweis Kosten-Nutzen-Effektivitat (5)

 

Die Wirksamkeit des pharmakologische Prinzips einer langanhaltenden, kontrollierten Freisetzung bakterizider lokaler Wirkstoffspiegel in der Mikroumgebung von gefährdeten Implantaten konnte auch bei CSF-Silikonshunts, Endoprothesen, Harnwegskathetern und Silikonwundpflastern gezeigt werden (11-14).

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  1. Yücel, R. Lefering, M. Max, R. Rossaint, A. Koch, R. Schwarz, M. Korenkov, J. Beuth, A. Bach, J. Schierholz, H. Troidl, G. Pulverer, E. Neugebauer. Reduction of central venous catheter related infections using miconazole and rifampin loaded catheters. JAC 54(6):1109-15, 2004
  2. Nagelschmidt K, Nagelschmidt M, Lefering R, Yücel N, Beuth J, Schierholz, Antimicrobial catheters in oncology :Secondary objectives of a controlled clinical study on rifampicin-miconazole releasing central venous catheters, Anticancer Res ;30(4):1353-8, 2010
  3. Lorente L, M Lecuona, J Iribarren, J Jiménez, C García, R Galván, J Castedo, J Martínez, M Mora , A Sierra Efficiency of rifampicin–miconazole-impregnated catheters in the femoral venous site Critical Care, 13(Suppl 1):P312doi), 2009
  4. Lorente L, Lecuona M, Ramos MJ, Jiménez A, Mora ML, Sierra A. The use of rifampicin-miconazole-impregnated catheters reduces the incidence of femoral and jugular catheter-related bacteremia. Clin Infect Dis. 1;47(9):1171-5, 2008
  5. LorenteL, Lecuona, M. J. Ramos, A. Jiménez,M. L. Mora & A. Sierra. Rifampicin–miconazole-impregnated catheters save cost in jugular venous sites with tracheostomy Eur J Clin Microbiol Infect Dis DOI 10.1007/s10096-011-1508-3/
  6. W. Flemmer, N. DeMaio, S. Schubert, T. Wurster,M. Klemme, H. Messner, P. Innocenti, S. Herber-Jonat, A. Staffler; Der Effekt einer antiinfektösen Katheterbeschichtung von Einschwemmkathetern auf Katheterkolonisierung und Sekundärsepsis bei Frühgeborenen: Monatsschrift Kinderheilkunde 2016 · [Suppl 2]: 164: S145; FV56; DOI 10.1007/s00112-016-0091-1; Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
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  14. Schierholz JM, Rump AFE, Entwicklung eines antiadhäsiven, antimikrobiell dotierten mikroporösen Silikonwundverbandes, Posterpräsentation  Bundeswehr Krankenhaus Koblenz, Chirurgiekongress 10/1999