Information zur aktuellen
KRINKO-Empfehlung

  1. KRINKO
  2. Evidenzkategorien
  3. Zielgruppe
  4. Inhalt
  5. Neuerungen
  6. Umsetzung

KRINKO

WER?

Wer ist die KRINKO?

WARUM?

Was ist die Aufgabe und das Ziel der KRINKO?

Wann?

Seit wann gibt es die KRINKO?

Wer ist die KRINKO?

KRINKO ist die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention. Die KRINKO ist eine Kommission, die unter der Schirmherrschaft des Robert Koch-Institutes (RKI) Empfehlungen zur Infektionsprävention erstellt.

Zur KRINKO gehören derzeit 18 Mitgliedern aus verschiedenen Kliniken und Instituten in ganz Deutschland. Zusätzlich nehmen Vertreter des Robert Koch- Institutes, des Bundesministeriums für Gesundheit und der obersten Landesgesundheitsbehörden beratend an Sitzungen der Kommission teil. Die Mitglieder werden vom Bundesministerium für Gesundheit und den Landesgesundheitsbehörden entsendet.

http://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/KRINKO/Mitglieder/mitglieder_node.html

 

 

Was ist die Aufgabe und das Ziel der KRINKO? 

 

Die Aufgaben der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) bestehen darin, Empfehlungen zur Prävention von nosokomialen Infektionen (NI) in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen zu erstellen. Zu den Empfehlungen zur Prävention von NI gehört auch die betriebliche und bauliche Organisation der Hygiene in allen Einrichtungen des Gesundheitswesens.1

Das Ziel der KRINKO ist die „Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankenhausinfektionen“.  Um dieses Ziel zu erreichen, werden von der Kommission Richtlinien entwickelt und erstellt, die als Leitfaden für ein hygienisches Arbeiten in medizinischen Einrichtungen dienen sollen. Die KRINKO-Empfehlungen basieren auf dem aktuellen Stand der Medizin.

 

Aktualisierte Empfehlung „Prävention von Infektionen, die von Gefäßkathetern ausgehen“ 2017

Die aktualisierte KRINKO-Empfehlung zur „Prävention von Infektionen, die von Gefäßkathetern ausgehen“ beschreibt die präventiven Maßnahmen bei der Vorbereitung, Platzierung und Pflege von Gefäßkathetern. Als Gefäßkatheter werden zentralvenöse Katheter (ZVK), die periphervenösen Venenverweilkanülen (pvK) und die arteriellen Katheter (paK) mit in die Empfehlung eingeschlossen.

Das Ziel dieser aktualisierten KRINKO-Empfehlung ist es, die von diesen Gefäßkathetern ausgehende Rate an Infektionen bzw. Blutstrominfektionen (CRBSI und CABSI) zu verringern.

 

Seit wann gibt es die KRINKO?

Die erste „Richtlinie zur Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankenhausinfektionen“ wurde 1976 vom Bundesgesundheitsamt veröffentlicht. Bis heute wurden die Richtlinien von 1976 regelmäßig mit Empfehlungen, Merkblättern, Unfallverhütungsvorschriften und Rechtsvorschriften erweitert und ergänzt. Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention wurde 1989 aus dem Gremium des Bundesgesundheitsamtes ins Leben gerufen.

Evidenzkategorien

Kategorien der KRINKO-Empfehlung

 

 

Die Empfehlungen der KRINKO werden in verschiedene Evidenzkategorien eingeteilt. Diese Kategorien sind abhängig von der zugrundeliegenden Studienlage und ihren Ausführungen. So wird beispielsweise zwischen einer „hochwertigen randomisierten kontrollierten Studie“ und einer „hinweisenden Studie und strengen plausiblen und nachvollziehbaren theoretischen Ableitungen“ unterschieden.

Neu

Zusätzlich zu den Evidenzkategorien wurde für manche Maßnahmen zur Prävention von Gefäßkatheter-assoziierten Infektionen der Zusatz „bewährte klinische Praxis“ aufgenommen, da für einige Maßnahmen keine klinischen Studien vorliegen. Als Grundlage für die „bewährte klinische Praxis“ dienen klinische Erfahrungen, die als Expertenmeinung und nicht als Evidenzkategorie fungieren.

Kategorien in der Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (2010)

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EvidenzkategorieUmsetzung der EmpfehlungDefinition der Evidenzkategorie
Kategorie IAUnbedingtBasierend auf gut konzipierten systematischen Reviews oder einzelnen hochwertigen randomisierten kontrollierten Studien.
Kategorie IBUnbedingtBasierend auf klinischen oder hochwertigen epidemiologischen Studien und strengen, plausiblen und nachvollziehbaren theoretischen Ableitungen.
Kategorie IISollte erfolgenBasierend auf hinweisende Studien/Untersuchungen und strengen, plausiblen und nachvollziehbaren theoretischen Ableitungen.
Kategorie IIIUnter Umständen/KannMaßnahmen, über deren Wirksamkeit nur unzureichende oder widersprüchliche Hinweise vorliegen, deshalb ist eine Empfehlung nicht möglich.
Kategorie IVUnbedingt Anforderungen, Maßnahmen und Verfahrensweisen, die durch allgemein geltende Rechtsvorschriften zu beachten sind.
Bewährte klinische PraxisAbwägung der SituationBasierend auf klinischen Erfahrungen und Expertenmeinungen

Zielgruppe

Für wen gilt die KRINKO-Empfehlung?

Die KRINKO-Empfehlungen gelten nicht nur für das Krankenhaus, sondern für alle Einrichtungen im Gesundheitswesen. Hierzu gehören unter anderem Arztpraxen, ambulante OP-Einrichtungen, Reha-Einrichtungen, Dialysezentren und Altenpflegeheime.

Bei der Erstellung von Empfehlungen durch das Robert Koch-Institut bzw. durch die KRINKO liegen eine Reihe gesetzlicher Grundlagen vor, die auch teilweise auf die KRINKO-Empfehlungen verweisen. So verweist das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz – IfSG) auf das Robert Koch-Institut mit der Aufgabe „Konzeptionen zur Vorbeugung übertragbarer Krankheiten sowie zur frühzeitigen Erkennung und Verhinderung der Weiterverbreitung von Infektionen zu entwickeln“. 1

Inhalt

Was sagt die KRINKO-Empfehlung zur Prävention Gefäßkatheter-assoziierter Infektionen?

Die Erreger von Gefäßkatheter-assoziierten Infektionen können im Wesentlichen über vier verschiedene Wege in die Blutbahn gelangen und so eine Katheter-assoziierte Blutstrominfektion verursachen.

  1. Bei der Katheteranlage können Hautkeime und andere Erreger durch den Stichkanal in das Gefäß wandern und sich an der Katheteroberfläche anlagern.
  2. Zu einer extraluminären Keimbesiedlung an der Katheteroberfläche kommt es durch Erreger, die durch die Kathetereintrittsstelle einwandern.
  3. Intraluminäre Besiedlung der Katheteroberfläche kann durch Erreger hervorgerufen werden, die vom Katheter Hub ins Innere des Katheterlumens wandern.
  4. Erreger einer Infektion, die nicht vom Katheter ausgeht, können über die Blutbahn an der Katheteroberfläche anhaften (Hämatogene Streuung).6

 

Die KRINKO-Empfehlungen dienen als Leitlinie zur Prävention, um die von Gefäßkathetern ausgehenden Blutstrominfektionen zu reduzieren. Zu Gefäßkathetern werden in der KRINKO-Empfehlung zentralvenöse Katheter (ZVK), periphervenösen Venenverweilkanülen (pvK) und die arteriellen Katheter (paK) gezählt.

Vygon bietet eine breite Auswahl an Produkten an, die Sie bei der Prävention von Infektionen und Gefäßkatheter-assoziierten Blutstrominfektionen unterstützen.

Vorbereitung

Eine effektive und hygienische Vorbereitung des Arbeitsfeldes und der Insertionsstelle ist Grundvoraussetzung für die Platzierung eines Gefäßkatheters. Das Vyset Konzept von Vygon hilft Ihnen bei der Standardisierung von klinischen Prozessen und senkt das Kontaminationsrisiko und reduziert Kosten.


Platzierung

Für Patienten den passenden Gefäßkatheter auszuwählen, kann eine Herausforderung sein. Die Frage, ob eine Kanüle oder ein Katheter platziert werden soll, ist von vielen Faktoren wie z.B. der Indikation, dem Patientenzustand, dem Zugangsweg, der Verweildauer etc. abhängig. Mit dem venösen und arteriellen Produktsortiment von Vygon finden Sie für jeden Patienten den passenden Katheter.

Pflege

Bei häufiger Manipulation am Katheter Hub oder der Venenverweilkanüle hilft ein nadelfreies Konnektionssystem, das Risiko der intraluminären Keimbesiedelung der Katheteroberfläche zu verringern.
Zusätzlich wird bei der Verwendung von Octopus-Systemen (Extensionsleitung mit nadelfreiem Konnektor) die Zugentlastung nicht direkt auf die Kanüle übertragen.

Neuerungen

Was sind die wichtigsten Neuerungen?

 

Nadelfreie Konnektionssysteme

Als sicherer Ersatz zu Mandrins werden Verlängerungen mit desinfizierbaren nadelfreien Konnektionsventilen (NFC) empfohlen.

Laut aktueller KRINKO-Empfehlung sollte auf den Einsatz von Mandrins zum „Abstöpseln“ einer ruhenden peripheren Venenverweilkanüle ganz verzichtet werden, da damit ein erhöhtes Risiko für Patient (Kontamination) und Personal (Blutkontakt) verbunden ist. 7

Antimikrobielle Katheter

Die KRINKO empfiehlt den Einsatz von antimikrobiell wirksamen Kathetern bei bestimmten Patientengruppen, da diese eine signifikante Reduzierung von Blutstrominfektionen bewirken können. 8

Umsetzung

Wie setze ich die aktualisierte
KRINKO-Empfehlung um?

Zur Senkung der CRBSI-Rate wurde in empfohlenen Studien das „notwendige Hintergrundwissen und die praktischen Fähigkeiten […] in theoretischen und praktischen Ausbildungseinheiten vermittelt“4, was nachweislich zu einer niedrigeren CRBSI-Rate geführt hat.

Vor allem bei der Einführung von Neuprodukten weist die KRINKO explizit darauf hin, dass der richtige Umgang mit diesen Produkten sichergestellt werden muss, um das Risiko von Gefäßkatheter-assoziierten Infektionen zu verringern.

 „Bei Neueinführung eines NFC muss eine sorgfältige Schulung aller Anwender im Bezug auf die korrekte Handhabung erfolgen“ 5

Frage zu KRINKO

Wir stehen Ihnen gerne bei der Beratung zu den KRINKO-Empfehlungen und ihrer Umsetzung zur Seite. Sprechen Sie unsere Mitarbeiter im Außendienst direkt auf unser Schulungsangebot an oder senden Sie uns eine Email.

Wir freuen uns auf Ihren Kontakt

Gefahrenquellen im Fokus:

Nadelstichverletzungen

Nadelstichverletzungen

Nadelstichverletzungen zählen zu den häufigsten Arbeitsunfällen im Gesundheitswesen

sichere medizinprodukte katheterinfektionen vermeiden

Katheterinfektionen

Katheter-assoziierte Infektionen zählen zu den größten Gefahren für Patienten

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Fehlapplikationen

Fehlapplikationen in der enteralen Ernährung zählen zu den größten Gefahren Frühgeborener