Eine sichere Anlage der Thoraxdrainage, ganz ohne Trokar?

Bei einem Pneumothorax ist eine schnelle und vor allem sichere Anlage einer Thoraxdrainage erforderlich um weitere Risiken, wie z.B. ein Spannungspneumothorax zu verhindern. Das Problem ist, dass die Maßnahme nur selten im Alltag des Rettungsdienstpersonals vorkommt. Dadurch wird die Durchführung und Platzierung des Katheters in Stresssituationen zur schwierigen Aufgabe.

Viele Anwender verwenden für die Anlage der Thoraxdrainage weiterhin einen Trokar. Aufgrund des hohen Verletzungsrisikos gilt diese Methode jedoch als obsolet und wird schon seit 2011 in den Polytrauma Leitlinien nicht mehr empfohlen. Dort heißt es:

„Die Eröffnung des Pleuraraums sollte mittels Minithorakotomie erfolgen. Die Einlage der Thoraxdrainage sollte ohne Verwendung eines Trokars erfolgen.“ (1)

Nichtsdestotrotz ist die richtige Anlage der Drainage lebenswichtig. Dies bedeutet, dass die Maßnahme regelmäßig trainiert werden muss und produktseitig die größtmögliche Unterstützung geboten wird.

Wie wird die Thoraxdrainage ohne Trokar platziert?

Die Firma VYGON hat ein Thoraxdrainage-Set entwickelt, wodurch eine Platzierung ganz ohne Trokar erfolgt. Mit Hilfe des Thoraxdrainage-Set Safety wird die Drainage mittels stumpfe Zange, Schere und Finger platziert. So wird die Anwender- und Patientensicherheit in kritischen Situationen deutlich verbessert.

Mit PLACE kreierte VYGON ein Akronym um selbst in Stresssituationen die korrekte Anlage der Drainage schnell ins Gedächtnis zu rufen.

Vorgehen nach „PLACE“ für eine atraumatische Platzierung:

P Position
L Lokalisation
A Analgesie
C Channel
EEnde

 

Vorgehensweise:

P Position – Der Patient liegt auf dem Rücken und der Arm auf der betroffenen Seite wird hinter dem Kopf gestreckt.

L Lokalisation – Der Arzt tastet nach der richtigen Einstichstelle. Diese liegt im sogenannten ‚Safe Triangle‘ im Bereich des 4.-6. Interkostalraumes in der vorderen bis mittleren Axillarlinie.

C – Channel – Präparation des Kanals in dem der Drainageschlauch eingeführt wird ohne Trokar, nur mit Kornzange und/oder Finger.

Zuerst wird die Punktionsstelle gründlich desinfiziert und ein Lochtuch aufgeklebt. Anschließend erfolgt oberhalb der ausgewählten Rippe eine ca. 3-5cm lange Hautinzision. Im nächsten Schritt bewegt der Arzt sich mit der Schere spreizend durch die Muskulatur der Thoraxwand. Dabei ist es wichtig sich am Oberrand der Rippe zu bewegen, um das neurovaskuläre Bündel der oberen Rippe nicht zu beschädigen. Mit der Schere oder dem Finger wird die Pleura parietalis (Rippenfell) eröffnet, der Thoraxraum mit dem Finger ausgetastet und anschließend die Thoraxdrainage hineingeschoben bis zur gewünschten Tiefe. Hier kann die Edelstahl Kornzange zur Hilfe genommen werden. Die Verwendung eines Trokares ist nicht mehr notwendig.

EEnde – Ende der Maßnahme. Hierbei wird die Thoraxdrainage mit einer Naht fixiert.

Zuerst wird die Naht durch die Haut gezogen und anschließend, um den Schlauch gewickelt und fest verknotet. An den Schlauch kann schließlich ein Ventil und die gewünschte Absaugung angeschlossen werden.

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Warum das Thoraxdrainage-Set Safety von VYGON?

Das innovative Set ist auf die Anforderungen in der TRBA 250 abgestimmt und bietet durch qualitativ hochwertige Einzelkomponenten aus Metall optimalen Komfort für den Anwender und ein hohes Maß an Patientensicherheit. Die hochwertigen Einweg-Metallwerkzeuge ermöglichen ein präzises Präparieren und eine zügige Platzierung.

Mehr zum Thema Thoraxdrainage finden Sie außerdem auf unserer Website. Dort finden Sie auch Informationen zu Indikationen, Anwendung und Komplikationen.

Literaturverzeichnis

  1. (DGU), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. AWMF online, Das Portal der wissenschaftlichen Medizin. Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung. [Online] 1. Juli 2016. [Zitat vom: 16. Mai 2018.] http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/012-019k_S3_Polytrauma_Schwerverletzten-Behandlung_2017-03.pdf.

 

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